28. September 2011

Padova: Agriturismo "La Scacchiera"

Schnick und Schnack waren neulich mal wieder in Italien unterwegs.

Diesmal haben die beiden eine kleine Rundreise gemacht, während der sie mehrere Städte besucht haben, an denen der normale Mittelmeertourist gerne mal vorbei fährt. Eine dieser Städte war Padova, aber bevor sie Padova erreichten, mussten sie erstmal einen kleinen Ärger in Bologna verdauen.

In Bologna gab es ein reserviertes Zimmer, aber es gab keinen Parkplatz. Nicht im Hof, und nicht auf der Straße, und sonst auch nirgends, und deshalb haben Schnick und Schnack mitten in der Nacht nach einer anderen Unterkunft suchen müssen. Gut, es wurde ein Businesshotel, aber das war, angesichts der Uhrzeit, gut so. 

Für den nächsten Abend haben die beiden eine Unterkunft in Padova gebraucht, und Dank dieses Dingens namens Smartphone, das der Schnack sich da zugelegt hat, konnten sie beim Frühstück gleich mal schauen, was es in der Gegend rund um die Stadt Nettes gibt. "Du, Schnick, da gibt es ein Agriturismo. Was ist denn das?", fragt der Schnack. Tja, denkt die Schnick, das kann nur so eine Art "Ferien auf dem Bauernhof" auf italienisch sein. Sie schaut dem Schnack über die von der Sonne gerötete Schulter und betrachtet gemeinsam mit ihm die Fotos auf der Website. "Das sieht doch gut aus!", meint sie nach kurzem Zögern und erinnert sich an die schlechte Laune, die sie beide der Zimmersuche in Bologna zu verdanken hatten. Die Schnick schaut den Schnack an, und der Schnack schaut die Schnick an, und dann beschließen sie alle beide, sich dieses Agridingsda mal anzuschauen. So greift die Schnick zum Telefon und reserviert ein Doppelzimmer für den Abend.

  
(Duomo di Ferrara)


Die beiden packen also ihre Sachen zusammen und fahren los. Auf der Fahrt nach Padua kommen sie auch an Ferrara vorbei und beschließen spontan, da mal kurz anzuhalten. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. 

Am späten Nachmittag treffen sie in Padova ein, und die Suche nach dem Agridings gestaltet sich zuerst nicht so einfach. Ich glaube, das liegt daran, dass die Schnick und der Schnack schon ein bisschen müde sind. Nach einer Gratisrunde um den Deich kommen die zwei aber doch an ihr Ziel.


"La Scacchiera", das Schachbrett (ausgesprochen: La Skakkiera mit Betonung auf dem e), liegt nämlich genau am Fluss. Begrüßt werden sie von Signora Michela, die die beiden sehr herzlich und mit einem kühlen Glas Prosecco empfängt.
 
Als sie ihr Zimmer sehen, sind sie ganz kurz mal sprachlos: Dieses Zimmer ist riesig, und es hat eine ganz besondere Atmosphäre! Alles sieht ganz nagelneu aus und ist mit viel Geschmack gestaltet. Schnick bekommt beim Anblick des Bades große Augen: Die Bodenfliesen sind genau in den Farben gehalten, die sie sich für ihre Lieblingsküche ausgedacht hat! Und das allerbeste (bei den, trotz September, immer noch so heißen Außentemperaturen) ist, dass die Räume klimatisiert sind.


Nach der Dusche ist es Zeit fürs Abendessen, und das findet im kleinen Anbau statt. Es gibt feine venezianische Hausmannskost, der Wein ist selbst gemacht, die Pasta auch, das Fleisch stammt von eigenen Tieren, und das Brot ist selbst gebacken. Das Abendessen ist einfach lecker, und der kühle Wein passt wunderbar zum gebratenen Perlhuhn und rundet die feine Dessertauswahl perfekt ab. 


"Das ist Glück.", sagt die Schnick ergriffen, und der Schnack nickt still. 
"Nach so einem wunderschönen Tag dieses wunderschöne Zimmer auf diesem wunderschönen Anwesen, wo man lauter freundliche Menschen um sich herum hat... und endlich mal wieder schlafen kann!", freut sich die Schnick, die in den letzten Tagen dank harter Matratzen und heißen Nächten kaum ein Auge zu gemacht hat.



Am nächsten Morgen beschließen die beiden, eine weitere Nacht in der Scacchiera zu verbringen. Zum Glück lässt sich das organisieren, und nach dem Abendessen haben beide die große Freude, eine ganz private Führung zu erhalten. Sie dürfen den frisch gekelterten Traubensaft probieren, außerdem den Wein, und sie erfahren, dass hier zwei ganz besondere Weinsorten angebaut und verarbeitet werden: Der Frigolaro und der Corbinello, zwei "alte" Trauben, die lange vergessen waren und nun wieder entdeckt wurden. Signora Michela erzählt von den über hundert Kälbern, die auf dem Hofgut leben, von den Schweinen und Perlhühnern, und dass das eigentliche Gut ein paar Kilometer weiter liegt und hier in der Scacchiera wegen der Hausgäste nur wenige Perlhühner und Zicklein gehalten werden. Dass die Scacchiera von Schulklassen besucht wird, die bei ihnen etwas über das Leben auf dem Bauernhof erfahren. 



Schnick und Schnack hat es hier so gut gefallen, dass sie am nächsten Tag - anstatt Verona zu besuchen - nach Hause fahren. Was ist denn das für eine Logik, willst du jetzt sicher wissen. Das ist doch ganz einfach: Morgen Abend ist der Urlaub sowieso vorbei, und wenn die zwei heute nicht nach Verona fahren, haben sie einen Grund, im Frühling wieder her zu kommen, und zwar nicht nur für zwei Nächte, sondern für eine Woche. Und dann besuchen sie Verona und Venedig und nochmal Padua, das ihnen sehr gut gefallen hat.

Ist doch logisch, oder? :o)


*** Absolut bezahlbar, schönes Ambiente, herzliche Aufnahme:
Wo du La Scacchiera findest: <klick!>


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Zum Nachkochen:

Auf dem Dessertteller ist dir vielleicht dieses bordeauxrote Dings aufgefallen und du hast dich vielleicht gefragt, was das sein mag. Das ist eine Spezialität aus dem Veneto und heißt "Sugolo". Es wird aus Most, Mehl und viel Zucker gemacht, hat seinen Ursprung wahrscheinlich bei den Römern, und das Rezept geht so:

Auf 1/4 l Traubenmost brauchst du 25 g Mehl, außerdem Zucker nach Belieben.
Das Mehl sorgfältig in den Most einrühren, alles zum Kochen bringen und einige Minuten unter Rühren köcheln lassen. Der Italiener gießt nun die Masse traditionell in tiefe Teller, wo sie erkalten darf. Zum Servieren in Stücke beliebiger Größe schneiden.

Kommentare:

  1. Ich glaub ich muss sofort in so ein Agridingens! Wenn schon nicht wegen dem leckeren Essen, dann wenigstens um das warme Wetter zu genießen und die Tierchen anzuschauen. ^___^

    Liebe Grüße
    Christina

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