1. Februar 2012

iRonic - Die feinsinnige Ironie der Kunst

Den Schnack und die Schnick verlangt es nach Kultur. In der Abendschau kommt neulich vorm Wochenende ein Bericht über eine Kunstausstellung in der Galerie Bietigheim-Bissingen, und da die beiden für den Sonntag noch gar nichts geplant haben, beschließen sie, ihren Horizont kulturell zu erweitern und diese Ausstellung zu besuchen.

Die Altstadt von Bietigheim ist wunderschön, und der Weg zur Galerie führt durch die malerische Fußgängerzone dieses schwäbischen Städtchens. Die Galerie ist in einem der alten GEbäude, der Eingangsbereich ist geschmackvoll gestaltet und schlägt den Bogen von alt zu neu. Schnick und Schnack betreten die Räume und sehen als erstes die Installation eines Künstlers, der damit japanische Erotik mit der mittelalterlichen Darstellung von frommen Kirchenleuten verbindet. Es ist wirklich gelungen, wie sich Eroten und Frömmlinge gegenseitig betrachten.

Dann aber folgen die anderen Exponate: Ein Globus, auf dem wenige Orte an unpassenden Stellen eingetragen sind. Fotos, die Gemälden nachempfunden sind. Leinwände und noch mehr Leinwände, die mit kleinen Gehirnen und anderen Innereien bekritzelt sind, alle in gelb und schwarz. Schuhe, die quietschend in Schienen vorwärts und rückwärts ruckeln. Ein Kleid, das auf dem Kopf steht. Ein paar Beine, das mit allerlei Müll geschmückt ist und zwischen denen eine Glühbirne leuchtet. "Pimmeltoni" heißen die bemüllten Beine.

Der Schnack möchte gehen. Die Schnick sagt: "Gut, dass diese Ausstellung keinen Eintritt kostet."

Vom oberen Stockwerk schallen Klatschgeräusche. "Da oben werden bestimmt die "Künstler" geohrfeigt," denkt die Schnick laut. Just in diesem Moment biegt eine Angestellte des Hauses um die Ecke, im Gesicht trägt sie einen stummen Vorwurf.

"Hurz!", bemerkt Schnick trocken, und der Schnack möchte jetzt wirklich gehen.

Draußen holt das Paar tief Luft und denkt, die größte Kunst mancher Künstler besteht wohl darin, einen zu finden, der ihre Machenschaften ausstellt. Und womöglich noch Geld dafür bezahlt.

Bilder können hier leider nicht gezeigt werden, wegen Urheberrecht und so. Aber einen Link haben wir für dich: klick

Schnick und Schnack gehen Cappuccino und Espresso  trinken. Da weiß man, was man hat.


Kommentare:

  1. Haha... ich finde ein gutes Café auch immer gut. ;-D

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  2. Ja, Hurz ist ein gutes Wort :-)

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