12. Juni 2012

Naaaaaa........?

Heute machen wir es mal spannend. Aber zuerst möchte ich ganz herzlich meine neuen Leser begrüßen! Ich freue mich, dass so viele Menschen unsere Quatschgeschichten mögen :o)

So. Wo war ich? Ach ja, bei "spannend". Die Schnick hat ja mal in der Toskana gelebt, genauer gesagt in der Provinz Lucca, noch genauer in Torre del Lago, das ist gleich neben Viareggio. Als sie neulich mal wieder in ihrer "Zweitheimat" zu Besuch war, da hat sie auch ihren Lieblingsfreund Neno getroffen, und der hat einen ganz besonderen Beruf.

"Neno, mi faresti un grande favore?", hat sie ihn gefragt. Ob er ihr einen großen Gefallen tun würde. Und weil Neno der Lieblingsfreund ist, hat er natürlich ja gesagt. So sind Schnick und Schnack mit Neno am nächsten Morgen nach Viareggio gefahren, um ein ganz bestimmtes Museum zu besuchen. Aber... so ein Käse... ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt hatte das geschlossen. Schnicks Gesicht wollte gerade lang werden, da meint Neno (und jetzt übersetze ich das einfach mal simultan): Leute, das macht nichts - im Museum gibt es sowieso nur ein paar Kleinigkeiten zu sehen - ich zeig euch jetzt mal was Richtiges!

Das erste, was auffällt, sind diese komischen Dinger, die hier in allen Größen herum stehen. Hast du irgendeine Idee, was das sein könnte?


Kurz darauf treffen die drei einen netten Mann, der gerade beschäftigt ist, und er zeigt, was man mit diesen komischen Dingern macht:


Na, kommst du langsam drauf? Die Dinger sind Gipsformen. Er schmiert Zeitungspapier mit Kleister ein, reißt es in kleine Stücke und legt es in so eine Gipsform.


Wenn genug Papierschnipsel in der Form sind, muss alles trocknen, und wenn die Schnipsel getrocknet sind, kann man das "Ding" aus der Form nehmen. Und wenn alle "Dinger" aus allen Formen genommen worden sind, dann baut man alle zusammen, und dann kommt manchmal sowas dabei raus:


Und jetzt möchte ich dich nicht weiter auf die Folter spannen und erzähl dir, wo Schnick und Schnack sich mit Neno herum getrieben haben: In der "Cittadella del Carnevale", wo die berühmten und unglaublich riesigen und farbenfrohen Karnevalswägen von Viareggio immer noch nach alter Art mit "Cartapesta" hergestellt werden.

In Italien gibt es zwei sehr bekannte Karnevalhochburgen: Die eine ist Venedig, das kennt jeder, oder? Die andere ist Viareggio. Hier werden seit Jahrzehnten jedes Jahr die wunderschönsten "Carri" gebaut. An der Konstruktion sind viele Künstler beteiligt, und bis so ein "Carro" bei der "Sfilata", dem Umzug, an der Strandpromenade teil nehmen kann, vergehen um die sechs Monate, in denen viele fleißige Handwerker jeden Tag viele viele Stunden arbeiten. Die meisten Wägen werden mittels einer ausgeklügelten hydraulischen Steuerung bewegt, und sie sind so riesig, dass viele viele Kostümierte auf ihnen Platz haben. (Schau mal hier >klick!< , du findest jetzt bereits die Termine für 2013 und viele tolle Fotos.) Neno arbeitet hier auch, und er kennt sich so gut aus, dass er Schnick und Schnack ganz genau erzählen kann, wie alles gemacht wird und wie so ein Wagen entsteht

Wenn du mal auf die Webseite schaust, dann siehst du auch diese Messdiener/ Priester, was immer das sein soll. Hier kannst du dir ein Bild von ihrer unglaublichen Riesigkeit machen:


Andere Carri sind noch viel größer, und wenn man direkt unter ihnen steht, sind manche auch richtig Furcht einflößend.

Vielen Dank, lieber Neno, dass du Schnick und Schnack diese Freude gemacht hast - diese Privatführung war supertoll, und die Schnick ist überzeugt, dass ein einfacher Museumsbesuch niemals so spannend gewesen wäre wie deine Führung!

Die Hangars in der Cittadella del Carnevale in Viareggio

Ja ja, mit Bunga Bunga kommt man in Italien in die Hölle

In den Sommermonaten nehmen die Künstler auch andere Aufträge entgegen

Vom Entwurf bis zum fertigen Carro ist es ein langer Weg

Da kann man schon Angst kriegen, oder?

Ein tolles Gebäude mit spannendem Innenleben

Leider gibt es, wie überall, auch eine negative Seite der Medaille: Die Stadt möchte die Umzüge nicht mehr sponsern, und es gibt jedes Jahr aufs Neue das bange Zittern um die Zusagen der Fördergelder. Außerdem werden heute solche Wägen woanders schon mit Fiberglas hergestellt, was schneller geht und das Gewicht eines Karren drastisch reduziert. Ich wünsche mir, dass Viareggio seine Traditionen beibehält und sich die Karrenbauer gegen alle Widrigkeiten durchsetzen können!

1 Kommentar:

  1. Wow! Fantastische Bilder und ich wäre sehr gerne bei deiner privaten Führung dabei gewesen. ;-) Von dem Karneval in Viareggio habe ich auch bereits etwas gehört aber auch nur weil eine liebe Italienerin von dort kommt und erzählt hat. Irgendwann will ich es mir auch mal ansehen! :D

    Liebe Grüße
    Christina

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